Diskussionen um einen Beitrag im HBradio 1/2013

Stellungnahme des Vorstandes zum HBradio Nr 1/2013

Der im HBradio Nr 1/2013 publizierte Artikel über das amerikanische Forschungsprojekt „HAARP“ hat in der Leserschaft einiges an Reaktionen ausgelöst.

Der Vorstand nimmt die Besorgnis mehrerer Leser und Leserinnen sehr ernst. Die bisher eingegangenen Kommentare aus der Leserschaft stören sich an wissenschaftlich teils falschen Aussagen und an der Publikation eines „grenz-wissenschaftlichen“ Beitrages überhaupt. Auch mit dem Titel „Mythen, Fakten und Wissenschaft“ ist es dem Redaktor offensichtlich nicht überzeugend gelungen, auf die teils ungesicherten Hypothesen im Artikel genügend deutlich hinzuweisen.

Die älteren „Hasen“ unter den Mitgliedern haben einige der Schilderungen des Artikels sofort als falsch oder wissenschaftlich nicht bewiesen erkannt. Aussenstehenden, aber auch vielen jüngeren Lesern fehlt vermutlich das Erfahrungswissen, das beim Studium solcher Artikel hilft, die „Spreu vom Weizen“ zu trennen und Realität und Fiktion auseinanderzuhalten.

Dem Vorstand liegt viel daran, das fachliche Niveau unserer Vereinsorgans hoch zu halten. Ein gewisser Spielraum in der Ausgestaltung des redaktionellen Teils muss aber vorhanden bleiben. Wir wollen keine langweilige, trockene Zeitschrift.

Amateurfunk ist eine technisch-experimentelle Beschäftigung. Nur Experimente führen zu Innovation. Innovation ist immer etwas, was vorher nicht existierte, ja sogar als „unmöglich“ und „nicht machbar“ bezeichnet worden ist, oft gerade auch durch sogenannte „Experten“. Jemand, der vor zweihundert Jahren von einer „drahtlosen Kommunikation über Kontinente hinweg“ gesprochen hätte, wäre als „Irrer“ bezeichnet worden. Und: Wer hätte noch vor wenigen Jahrzehnten gedacht, dass es neben Protonen, Neutronen und Elektronen noch weitere Elementar-Teilchen gibt?

Erfinder und Innovatoren sind immer „Spinner“. Vergessen wir nie, dass unsere Welt noch längst nicht vollständig erforscht ist. In der Geschichte der Wissenschaft ist genügend bewiesen, dass oft auch „am Rande“ stehenden Personen grosse Entdeckungen gelingen können. Dazu zählen auch wir Funkamateure. Ein gerade aktuelles Beispiel: der am 15. Februar 2013 in nur (!) 28‘000km Distanz an unserer Erde vorbeifliegende 45m grosse Asteroid „2012 DA14“ wurde nicht etwa von Profi-Astronomen entdeckt, sondern von ein paar „Amateur“-Astronomen auf Mallorca.

Deshalb ist es wichtig, dass wir die Publikationen im HBradio nicht zum vornherein auf wissenschaftlich längst Bewiesenes beschränken, sondern auch die Publikation von Theorien, Vermutungen, Hypothesen ermöglichen.

Um Missverständnissen vorzubeugen und wissenschaftlich bewiesene Erkenntnisse klarer von „Unbewiesenem“ abzugrenzen und letzteres als solches klar zu kennzeichnen, hat sich der Vorstand einige Überlegungen gemacht. Der Vorstand erwägt, dem HBradio-Redaktor einen oder mehrere technische Co-Redaktoren beizustellen, welche die Aufgabe haben könnten, die technisch/wissenschaftlichen Aussagen entsprechender Artikel vor ihrer Publikation zu prüfen und in Zukunft unbewiesene Hypothesen klarer als solche zu kennzeichnen, um auch wissenschaftlich weniger geschulte und weniger erfahrene Leser und Leserinnen auf den Unterschied zwischen „Fakten“ und „Fiktionen“ deutlich aufmerksam zu machen.

Der Vorstand verspricht sich mit dieser Massnahme eine Steigerung der Qualitäts-Sicherung unserer allseits sehr beliebten und vielbeachteten Vereins-Zeitschrift HBradio.

Der Vorstand der USKA
14. Februar 2013

N.B.

Der Vorstand überlässt den wissenschaftlichen Diskurs zum Thema „HAARP“ gerne den dazu qualifizierten Spezialisten und Wissenschaftern unter den Mitgliedern.

Im Rahmen unserer Sondierungen hat sich Lorenz Born HB9DTN in verdankenswerter Weise zur Verfügung gestellt, Beiträge für eine „Gegendarstellung“ zu sammeln und als koordinierten Bericht im HBradio Nr. 3/2013 zu publizieren. Konkrete, wissenschaftlich fundierte Stellungnahmen zu einzelnen oder mehreren im Artikel aufgeführten Hypothesen können direkt an Lorenz unter > geschickt werden.

Der Vorstand begrüsst die Initiative von Lorenz sehr und sieht mit grossem Interesse seinem Beitrag entgegen, von welchem wir uns alle etwas Aufklärung dieser „mysteriösen“ Darstellungen versprechen dürfen.

Lorenz hat uns im übrigen auf einen unterhaltsamen ZDF-Beitrag zum HAARP-Projekt aufmerksam gemacht, welchen wir allen am Thema interessierten Mitgliedern wärmstens empfehlen können. LINK

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