USKA sucht Politiker

In Friedrichshafen trafen sich wiederum die an politischem Lobbying interessierten Vertreter der Amateurfunk-Verbände der deutschsprachigen Länder. Geleitet wurde das Meeting von DL1YFF Hans-Jürgen, im DARC verantwortlich für das „Political Lobbying". Die Schweiz war politisch vertreten durch Pepe HB9EVT (Landrat BL und Gemeinderat Allschwil BL) und Willi HB9AMC (Grosser Gemeinderat der Stadt Zug).

In Deutschland ist der Amateurfunk gemäss Hans-Jürgen das einzige „Hobby“ mit eigenem Gesetz (PDF: Amateurfunk-Gesetz) und einer eigenen Verordnung (PDF: Amateurfunk-Verordnung).

Hans-Jürgen stellt den Amateurfunk in der Oeffentlichkeit sehr wirkungsvoll als „berufsvorbereitendes Hobby" dar. Mit der Argumentation, dass damit viele Jugendliche „von der Strasse abgeholt werden" und gleichzeitig einer sinnvollen Tätigkeit zugeführt werden im Hinblick auf ihre Berufswahl und ihr späteres Berufsleben.

Hans-Jürgen gelang es unter anderem, mit seiner Jugendförderungs-Begründung, für seinen Ortsverband fast kostenlos ein Club-Haus zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die in der Lokal- und Regionalpolitik tätigen Politiker wurden von Hans-Jürgen ins Club-Haus eingeladen, und so konnte er ihnen erklären, um was es beim Amateurfunk geht und welch nützliche Dienstleistungen wir der Öffentlichkeit erbringen.

Wir sollten von Deutschland lernen.

Erstens muss der Kontakt zu Politik und Behörden auf allen Ebenen stattfinden: Gemeinden, Kantone und Bund. Somit ist das Political Lobbying nicht nur Sache des USKA-Vorstandes, sondern auch eine Aufgabe jedes Sektions-Vorstandes.

Zweitens ist der Amateurfunk in Deutschland gesetzlich verankert, in der Schweiz nicht. Jahrzehntelang wurde der Amateurfunk in der Schweiz von der PTT-Generaldirektion „betreut" und gepflegt, mit entsprechender „Rückendeckung" von „ganz oben" auch von Industrie und Militär. Hans-Jürgen nennt dies sehr treffend das „Old Boys Network". Ein solches Netzwerk ist durch die Dezimierung der Kommunikations-Industrie, den Rückbau der Landesverteidigung sowie durch die Liberalisierung des Fernmeldewesens weitestgehend verlorengegangen, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz besonderem Ausmass leider auch in der Schweiz. Deutschland hat insofern Glück, als dass der Amateurfunkdienst schon vor diesen grossen Umwälzungen gesetzlich abgesichert war. In der Schweiz muss dies in irgendeiner Form nachgeholt werden – unschöne Streitereien sind sonst vorprogrammiert. Es kann nicht sein, dass unsere Rechte zwar auf Stufe ITU wohldokumentiert sind, auf nationaler Ebene aber nicht.

Drittens ist es zu kurz gegriffen, ausschliesslich mit den „Behörden" einen guten Kontakt zu pflegen. Dies ist selbstverständlich eine notwendige Voraussetzung für die operativen Tätigkeiten. Darüber hinaus müssen wir aber auch sehr gute Beziehungen zu den Gesetzgebern, sprich Parlamenten und deren Kommissionen, unterhalten. Für die strategische Ebene.

Viertens muss die USKA ihr Beziehungsnetz in die Politik noch weiter ausbauen. Denn: um die Existenz unseres Amateurfunks in seiner von der ITU festgelegten Form über die kommenden Jahrzehnte sicherzustellen, sind wir auf die Unterstützung der Politik zwingend angewiesen.

Alle USKA-Mitglieder, welche sehr gute persönliche Beziehungen zu Politikern und Politikerinnen haben, sind gebeten, mit dem USKA-Vorstand Kontakt aufzunehmen ( - mail "Opens window for sending email">eMail), um zu besprechen, wie dies den Anliegen der USKA förderlich sein könnte. Mit Eurer Mithilfe geht es noch besser! Auch Kommentare und Anregungen werden sehr gerne entgegengenommen.



Willi HB9AMC am Tatort

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