Ausbildner der USKA trafen sich in Bern, Bericht

Das Jahrestreffen fand bereits zum dritten Mal wieder in Bern statt. In Bern, um auch den Westschweizer Sektionen einen zumutbaren Anfahrtsweg zu bieten. Aus der Westschweiz waren denn auch die Sektionen Neuchâtel und Fribourg vertreten.

Das Eröffnungs-Referat trug Hans Peter HB9EHP vor. Der letztjährige ISS-Kontakt an der Kantonsschule Zug kann als Beispiel für andere Sektionen dienen, wie mit einem solchen Anlass ein Maximum an Öffentlichkeits-Wirkung und an Medienkontakten erzielt werden kann. Zur Erinnerung: mehrere Hundert Schüler und Schülerinnen erlebten den Event live in der Aula und Mensa, DRS3 übertrug live direkt, Tele1 widmete dem Kontakt eine mehrminütige Reportage in den Abendnachchrichten. Daneben Zeitungsartikel und Lokalradio-Reportagen. Siehe www.qrz.com/db/hb9ksz und http://www.zug.ch/behoerden/direktion-fur-bildung-und-kultur/ksz/unterricht/projekte/ksz-goes-iss.

Die Fachhochschulen waren dieses Jahr durch die Anwesenheit gleich zweier Dozenten vertreten: HB9ARK Martin und HB9AZO Heini. Martin stellte zwei Semesterarbeiten seiner Studenten vor: einen für den National Mountain Day optimierten Transceiver sowie ein Android-Projekt für digitale Betriebsarten. Solche Projekte können, solange kein kommerzielles Interesse dahintersteht, von Fachhochschulen ohne Kosten für den „Auftraggeber“ abgewickelt werden. Wer von uns hat nicht schon eine Idee für ein neues technisch anspruchsvolles Projekt gehabt, dessen Realisierung aber aufgrund von zu hohem Zeitaufwand aber wieder verworfen? Martin ermunterte die Sektionen und einzelne Amateurfunker, ihm Projektideen einzureichen. Gerade mit modernsten Technologien gäbe es ja noch so viel zu entwickeln: OFDM, SDR, Hamnet-Applikationen, digitale Modulations-Verfahren, etc.

Im Anschluss daran wurde der Entwurf des Reglementes des neuen Ausbildungs-Fonds der USKA erörtert und diskutiert. Willi HB9AMC erläuterte seinen Standpunkt, dass USKA-Fördermittel gezielt für Jugendliche (bis 25-jährig) eingesetzt würden, um diesen auch bei beschränktem Budget die Teilnahme an einem Prüfungsvorbereitungs-Kurs zu ermöglichen. Willi vertrat auch den Standpunkt, dass die Durchführung von Kursen eine wichtige Geld-Quelle für Sektionen darstellen würde. Ob die Sektionen den so erwirtschafteten Ertrag in PR-Aktionen (ISS, Ausstellungs-Präsenzen) investieren, oder es zum Erwerb von Sektions-eigenen Ausrüstungen verwenden (Notfunk, Contestmaterial, Wohnwagen) oder einen Teil an die Kurs-Mitwirkenden auszahlen, liegt in der alleinigen Kompetenz der Sektionen, so Willi.

Nach dem Mittagessen stand ein Podiumsgespräch auf dem Programm, an welchem sich HB9SQU Peter, HB9EVL Heinz und HB9ERD Udo beteiligten. Sie berichteten darüber, wie sie in ihren Ausbildungen die neu lizenzierten Amateure mit Erfolg in die Praxis der Betriebstechnik/Operating einführen.  
Der letztjährige Antrag von Jürg HB9ECV zur Beschaffung eines Lötkoffers mit dem Material zur Durchführung von Löt-Kursen für Kinder ist vom Vorstand genehmigt worden. Der Realisierung steht nichts im Wege, ausser jemand, der es macht! Gerade für die Durchführung von Kinder-Ferien-Pass-Aktionen ist dieser Koffer sehr nützlich und erspart den Sektionen die eigene Bereitstellung des notwendigen Materials. Der Lötkoffer wird den anfragenden Sektionen kostenlos ausgeliehen werden.

Christian HB9TXW berichtete über ein weiteres Beispiel, wie eine Sektion erfolgreiche Amateurfunk-PR-Arbeit machen kann: Die Sektion Fribourg war mehrere Tage im September 2012 im Einkaufszentrum „Avry Centre“ in Avry-sur-Matran mit einer bemerkenswert grossen Standfläche publikums-wirksam präsent und hat vielen Interessenten unser Hobby vordemonstriert. Die Werbung für die Präsenz der Amateurfunker hat das Einkaufszentrum selber besorgt, die Standfläche wurde der Sektion kostenlos zur Verfügung gestellt. Ein nachahmenswertes Beispiel! Werbematerialien stellt die USKA gerne zur Verfügung.

Hans Peter HB9EHP konnte bereits über die Nachhaltigkeit seiner ISS-Aktion am Zuger Gymnasium berichten. Als Folge des ISS-Kontaktes zeigten mehrere Lehrer Interesse an einer Projektwoche (4. Klasse Langzeit-Gymi) mit dem Thema „Amateurfunk“. Hans Peter HB9EHP und Stephan HB9OCQ nahmen diese Herausforderung an und begleiteten diese Projektwoche anfangs Oktober 2012. Hansruedi HB9APR entwickelte eigens für dieses Projekt einen kleinen 80m-Transceiver-Bausatz, der mit einem Arduino-Mikroprozessor zu einem veritablen kleinen Wunderwerk ergänzt werden kann. Kostenpunkt inklusive Arduino nur rund CHF 100. Siehe http://edutrx.uska.ch/. Der Bausatz kann auch von anderen Sektionen bezogen werden, welche ähnliche Projekte starten möchten. Das Projekt eignet sich für Gymnasien (10.-12. Schuljahr) und technische Berufsschulen. Informationen und Beratung erteilt die Sektion Zug gerne (www.hb9rf.ch).

Im abschliessenden Teil berichtete Willi HB9AMC, was in der Ausbildungskoordination so lief und läuft. Willi sucht einen Helfer, um die Koordinationsarbeiten etwas „verteilen“ zu können. Er machte auf das Werbematerial aufmerksam, welches den interessierten Sektionen zur Verfügung gestellt werden kann. Im weiteren sei auch die ESA-Schul-Aktion „Mission-X“ eine hervorragende Chance, den Amateurfunk als „Nebenprodukt“ in Schulen hineinzubringen. Der Austausch von Lernmaterialien auf der USKA-FTP-Plattform, die seit drei Jahren in Betrieb ist, wird von den Sektionen noch zu wenig benützt. Von den ausbildenden Sektionen darf erwartet werden, dass sie nicht nur Lernmaterialien davon herunterladen, sondern ihre eigenen Materialien im Gegenzug auf die FTP-Site hochladen und somit den anderen Sektionen zur Verfügung stellen. Das Copyright bleibt dabei immer beim Autor. Willi HB9AMC kündigte im weiteren ein neues Diskussions-Forum auf uska.ch an. Dieses tritt die Nachfolge des früheren google-groups-Diskussions-Forums an, welches sich aufgrund technischer Einschränkungen durch Google langfristig nicht bewährt hatte.

Willi HB9AMC forderte nochmals alle Sektionen auf, einen Ausbildungs-Verantwortlichen der Sektion zu bezeichnen und der Ausbildungskoordination der USKA zu melden.

Zum Schluss machte Willi noch auf die Initiative der Sektion St.Gallen aufmerksam, welche den Amateurfunk an der Olma 2013 auf rund 250 Quadratmetern Fläche (!) präsentieren will, zusammen mit einem ISS-Kontakt. Dieser Grossanlass erfordert die Unterstützung der St.Galler durch weitere Mitwirkende. Interessenten melden sich bitte direkt bei der Sektion St.Gallen www.hb9cc.ch, Mark HB9DRN.

Diejenigen Sektionen, welche dieser Ausbildungs-Tagung ferngeblieben sind, haben einen interessanten Anlass mit guten Ideen, Anregungen und praktischen Erfahrungsberichten verpasst. Schade! – Der USKA-Vorstand dankt allen Tagungs-Referenten sowie allen Sektionen, welche sich tatkräftig für die Bekanntmachung (PR) des Amateurfunks und für die Nachwuchs-Förderung im Amateurfunk einsetzen.

Autor   Willi HB9AMC

Christian HB9TXW berichtet über die erfolgreiche PR-Aktion der
"Radio Amateurs Fribourgeois" im Einkaufszentrum "Avry Centre".

Bild  HB9AMC

Les commentaires sont fermés.